4 Menschen im Teamkonflikt

Die 5 häufigsten Gründe für Teamkonflikte – und Tipps für Führungskräfte

Inhalt

  • Was macht ein erfolgreiches Team aus?
  • Teamarbeit braucht Konsequenz
  • Konflikte gehören dazu
  • Die 5 häufigsten Gründe für Teamkonflikte – und wie Führungskräfte sie vermeiden.

Hohe Fehlzeiten und missmutige Gesichter in Teammeetings sprechen eine deutliche Sprache: Es herrscht dicke Luft. Für eine Führungskraft bedeutet das: Ein Teamkonflikt steht auf der Agenda und will dringend und vor allem schnell gelöst werden.

Aber Achtung: Blinder Aktionismus und große Hektik sind jetzt komplett fehl am Platz. Im Gegenteil: Konflikte brauchen Zeit, die richtigen Fragen und ein gutes Konfliktmanagement. Als Experten für die Mediation bei Teamkonflikten kennen wir die vielen kleinen Konfliktbaustellen in Teams und wie sie entstehen.

Was macht ein erfolgreiches Team aus?

relations Hamburg Mitarbeiter schreiben auf Karteikarten auf einer Veranstaltung zum Thema Teamgeist fördern

Per Definition besteht ein Team aus einer Gruppe, die ein gemeinsames Ziel verfolgt. Ein erfolgreiches Team wird daher auch durch die Erreichung dieser Ziele definiert.

Dies gelingt am besten, wenn jedes Teammitglied motiviert ist, die angestrebten Ziele zu erreichen, in gutem Kontakt miteinander steht, Synergien genutzt werden, und jeder seine Stärken einbringen kann, um so mit hoher Qualität zur Zielerreichung beizutragen.

Teamarbeit braucht Konsequenz

Ein erfolgreiches Team, dass mit Freude an einem Strang zieht, ergibt sich nicht automatisch, sondern erfordert konsequente Teamarbeit. Häufige Fehler in der Teamarbeit sind, dass klare Zielsetzungen, Regeln in der Zusammenarbeit und eine gute Kommunikation fehlen. Diese Versäumnisse führen früher oder später zu Unklarheiten und dadurch zu Konflikten.

Konflikte gehören dazu

Ein erfolgreiches Team ist kein Selbstgänger. Unterschiedliche Meinungen gehören dazu, wenn Menschen zusammenarbeiten. Entsteht ein hartnäckiger Konflikt daraus, ist die Frage, wie eine Führungskraft diesen lösungsorientiert begleitet.

Ein gutes Konfliktmanagement trägt dazu bei, dass sich ein Team im Konfliktfall gut wieder zusammenfindet. Im besten Fall beugt ein gutes Konfliktmanagement gut vor, so dass sich ein Disput im Team erst gar nicht ausweiten kann zu einem hartnäckigen Konflikt.

Kurz: Viele Schwierigkeiten in Teams könnten bereits vor der Entstehung vermieden werden, würden Führungskräfte die häufigsten Gründe für Teamkonflikte beherzigen.

Die 5 häufigsten Gründe für Teamkonflikte – und unsere Tipps, wie Führungskräfte diese Gründe vermeiden.

Wie kommt es zu den häufigsten Teamkonflikten? Worauf sollten Führungskräfte besonders achten, um diese Teamkonflikte möglichst zu vermeiden?

1. Die Führung fehlt

Als Führungskraft hat der Tag oft mehr als 8 Stunden. Der Aufgabenkatalog ist dicht. Neben den klassischen Führungsaufgaben müssen oft auch operative Aufgaben erledigt werden. Ein häufiger Fehler von Führungskräften ist: Prioritäten werden falsch gesetzt. Fachliche Themen stehen im Vordergrund und wichtige Führungsaufgaben werden als weniger dringlich betrachtet.

Tipp: Stellen Sie Ihre Führungsaufgaben an die 1. Stelle. Delegieren Sie fachliche Themen oder sichern Sie sich Unterstützung für den operativen Bereich. Erinnern Sie sich täglich, wie wichtig Ihre Position ist und dass nur Sie gut dafür sorgen können, dass Ihr Team einen guten Job machen kann.

2. Für Probleme ist keine Zeit

Vier bunte Hocker mit Tisch und Teppich

In einem hektischen Arbeitsumfeld bleibt wenig Zeit, um Probleme anzusprechen und zu klären. Dies kann zu einer Anhäufung kleinerer Missverständnisse führen und schlussendlich zu einer Veränderung im Miteinander.

Tipp: Wehren Sie den Anfängen. Hören Sie auch auf Ihr Bauchgefühl. Oft spüren Sie schon früh, dass etwas im Team nicht gut läuft. Reagieren Sie sofort. Nehmen Sie sich die Zeit und sprechen Sie Unbehagen direkt aus. Fragen Sie einfach, was los ist. Und fühlen Sie sich im nächsten Schritt zuständig, die Dinge beim Namen zu nennen. Der Vorteil: Was nicht mehr unterm Teppich liegt, können alle sehen und eine Klärung kann beginnen.

3. Verantwortlichkeiten, Rollen und Strategien sind unklar

»Alle denken, Sie wüssten Bescheid, aber Niemand weiß, wo es langgeht. «

Fehlende Klarheit bezüglich der Zuständigkeiten, der Ziele und der Strategie führen zu falschen Prioritäten, Vermeidung von Entscheidungen und Orientierungslosigkeit. »Ungenaue Informationen von oben« sind für Teams beliebte Anlässe für Konflikte und oft erst auf den zweiten Blick erkennbar.

Tipp: Geben Sie Ihrem Team eine klare Orientierung. Verschriftlichen Sie Zielvereinbarungen oder eine fixierte Strategie. Fragen Sie, ob alle im Team alles richtig verstanden haben. Verteilen Sie Hüte. Benennen Sie klar, wer für welche Aufgaben den Hut aufhat.

4. Die Fluktuation im Team ist hoch

Ein ständiger Wechsel im Team erschwert die Teamfindung. Erst, wenn sich ein Team gefunden hat, kann es sich stabil entwickeln und produktiv Hand in Hand arbeiten. Bei häufigen Wechseln muss sich ein Team ständig neu zusammenfinden – das bedeutet, das Team muss wiederholt den Prozess Norming, Storming… durchlaufen. So erscheint es, als wenn das Team Konflikte austrägt und nicht funktioniert. Dabei handelt es sich bei genauem Hinsehen um den natürlichen Prozess der Teamentwicklung – nur in Endlosschleife.

Tipp: Beherzigen Sie Tipp 1 bis 3, damit sich Ihr Team miteinander wohl fühlt. So fällt Deutschlands Kündigungsgrund Nr. 2 weg: Sich mit Kolleg:innen nicht gut verstehen, schlechtes Betriebsklima.

Auch wichtig! Sehen Sie im Recruiting-Prozess nicht nur auf Zeugnisse und Abschlüsse, sondern achten Sie auf die sogenannten Soft Skills. Wer passt menschlich gut in Ihr Team? Ganz praktisch ist es eine gute Idee, wechselnd Teammitglieder in die Bewerbungsgespräche einzuladen. So merken Sie sehr schnell, mit wem die Chemie gut passt.

5. Es gibt zu viele strukturelle Probleme und Ressourcen fehlen

Mangelnde Ressourcen und unklare Strukturen führen zu Reibungen und Missverständnissen. Für die betroffenen fühlt sich beides oft gleich an, denn unklare Strukturen und Prozesse führen in der Konsequenz oft zu einem gefühlten Mehraufwand.

Der Anfang für eine Bilderbuch-Abwärtsspirale in der Teamentwicklung. Es wird kaum noch miteinander kommuniziert und Interaktionen oder informeller Austausch findet nur noch zufällig oder gar nicht mehr statt.  Lösungsmöglichkeiten werden nicht mehr gesehen und ein Tunnelblick stellt sich ein. Kommt dazu noch ein Gefühl von alleingelassen sein, ist das Team nicht mehr in der Lage, im Austausch miteinander zu arbeiten. Ein kühler Einzelkämpfer-Wind weht durch die Flure. Ein wenig produktiver Team-Zustand.

Tipp: Sorgen Sie für gesunde Strukturen im Unternehmen. Und wenn es einmal nicht alles nach Plan geht und die Umwelt für unternehmerisch unsichere Phasen sorgt, gilt: Machen Sie das Warum transparent, wenn es gerade drunter und drüber geht. Kommunizieren Sie, wann es wieder besser wird und wie Sie die stürmische Phase überbrücken wollen. Machen Sie sich einen Plan und trommeln Sie alle zusammen. Wenn das Team weiß, das hier ist nur eine Ausnahme, ist die Motivation für Mehraufwand, oft da. Wichtig: Wenn wieder unter Kontrolle und auf Kurs ist – sagen Sie »Danke, liebes Team!«

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